Liquidität, Makro- und Anlageklassenausblick – 19.03.2025
Die wichtigsten Fakten:
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EUR: Nachdem der US-Dollar zu Jahresbeginn Stärke zeigte und handelsgewichtet ein 2-Jahres-Hoch erreichte, kam es zuletzt zu einer starken Gegenbewegung. Diese Entwicklung ist auf drei Faktoren zurückzuführen: 1) Zölle sind zu einem beherrschenden Thema geworden und verursachen erhebliche Volatilität. Die Finanzmärkte konzentrieren sich derzeit auf die potenziell dämpfenden Auswirkungen von Importzöllen auf die US-Wirtschaft. 2) Aus den USA wurden zuletzt eine Reihe unerwartet schwacher Daten gemeldet, insbesondere zum Verbrauchervertrauen, was bei einigen Marktakteuren auch Befürchtungen vor einem Konjunkturabschwung oder gar einer Stagflation auslöste. 3) Diskussionen über eine deutliche Erhöhung der Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben durch die mögliche neue Regierungskoalition in Deutschland nähren derzeit die Hoffnung auf eine robustere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und der Eurozone. Portfolioumschichtungen aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung der Aktienmärkte in den USA und der Eurozone dürften den EUR zuletzt gestützt haben. Auch die Renditeaufschläge haben sich verringert, während erwartet wird, dass die Wachstumsunterschiede ebenfalls schrumpfen. Sollten die geplanten Konjunkturmaßnahmen in Deutschland nicht scheitern, könnte der EUR mittelfristig gegenüber dem USD weiter aufwerten. Wir sehen den EUR/USD-Kurs Ende März 2026 bei 1,15.
GBP: In Großbritannien übertrafen die jüngsten Wirtschaftsdaten oft die Markterwartungen, doch die Inflation erweist sich als hartnäckiger als vom Marktkonsens erwartet. Darüber hinaus dürfte Großbritannien von einer wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone profitieren, nachdem die geplanten Konjunkturmaßnahmen ihre Wirkung entfalten. Bis März 2026 dürfte das GBP gegenüber dem USD ein moderates Aufwertungspotenzial von 1,38 GBP/USD haben.
JPY: Japans Wachstum bleibt robust, unterstützt durch starken privaten Konsum und die Aussicht auf deutliche Lohnerhöhungen. Steigende Reallöhne stärken das Vertrauen der Bank of Japan (BoJ) in eine weitere Normalisierung der Geldpolitik. Es wird erwartet, dass die BoJ diesen Normalisierungsprozess im Jahr 2025 beschleunigt und die Differenzen zu den US-Zinsen verringert. Darüber hinaus könnte es zu einer Rückführung japanischer Auslandsanlagen kommen, da anhaltende Zinserhöhungen der BoJ zu einer weiteren Kompression der Zinsdifferenzen zu den USA bzw. der Eurozone und damit zu einer Stärkung des JPY führen würden. Nach den nordeuropäischen Währungen ist der JPY im Jahr 2025 eine der stärksten G10-Währungen und hat seit Jahresbeginn gegenüber dem USD um 5,5 % zugelegt. Diese Aufwertung dürfte sich in unserem Beobachtungszeitraum im moderaten Tempo fortsetzen. Wir prognostizieren einen USD/JPY-Kurs von 140 für Ende März 2026.
CNY: Die USA haben bisher 20 % Zölle auf Importe aus China erhoben. China griff daraufhin auf Gegenzölle zurück. Um seine Exportabhängigkeit zu verringern, plant China, den schwächelnden privaten Konsum durch Konjunkturmaßnahmen anzukurbeln. Sofern der Handelskonflikt mit den USA nicht weiter eskaliert, dürfte der CNY nur moderat nachgeben – unsere Prognose für Ende März 2026 ist 7,45 USD/CNY.
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Redaktionsschluss: 17.03.2025, 15.00